Zu keiner Zeit im Jahr lassen sich so viele Sternschnuppen beobachten, wie Mitte August. Der Meteoritenschauer, der im Sternbild Perseus auftritt, wird auch Perseiden genannt. Da das Erscheinen der Perseiden mit dem Fest des Märtyrers Laurentius am 10. August zusammenfällt, werden sie im Volksmund auch Laurentius-Tränen oder Tränen des Laurentius genannt.

Wenn die Erde auf ihrem Weg um die Sonne die Bahn des Kometen Swift-Tuttle durchquert, fällt eine große Menge von Trümmerstücken des Kometen in die Erdatmosphäre und verglüht. Bis zu 100 feurige Tränen pro Stunde haben Astronomen Mitte August schon beobachtet, hauptsächlich zwischen 23 und 5 Uhr. Die manchmal auch zentimeterkleinen Gesteinsbrocken treten in die Erdatmosphäre ein und verglühen durch die Reibungshitze. Die sie umgebende Luft wird entlang der Flugbahn ebenfalls stark aufgeheizt und zum Leuchten angeregt.

Der Begriff „Laurentius-Tränen“ leitet sich vom in Spanien geborenen Märtyrer Laurentius her, der am 10. August des Jahres 258 in Rom auf einem glühenden Rost zu Tode gefoltert worden sein soll. Dabei soll der Heilige einerseits Tränen über die Sünden seiner Mitmenschen vergossen haben. Andererseits aber berichtet die Legende von einem unter Qualen lachenden Märtyrer. Er soll dem Henker befohlen haben, ihn auf dem Feuer zu wenden, der Braten sei auf der einen Seite schon gar. Seitdem gilt Laurentius als Nothelfer für Brandverletzte und an Fieber Leidende sowie als Patron der Feuerwehrleute, Köche, Bäcker, Glasbläser und Kohlenbrenner. Außerdem soll er vor den Qualen des Fegefeuers bewahren.

Der „Laurentius-Tag“ erhielt darüber hinaus eine wichtige Bedeutung im Brauchtum und bei Wetterregeln:
„Laurentius im Sonnenschein, wird der Herbst gesegnet sein“,